Fliesen und Fußbodenheizungen haben eines gemeinsam: Beide bieten Bauherren zahlreiche Vorteile in Sachen Wohnkomfort und bilden daher eine ideale Kombination. Dennoch wirft das Thema im Vorfeld immer wieder Unsicherheiten und Fragen auf. Die wichtigsten Antworten darauf finden Sie in diesem Artikel. 

Welcher Bodenbelag ist am besten für Fußbodenheizung geeignet?

Ob Fliesen oder Stein, Parkett oder Laminat, Vinyl oder Teppich – wer behagliche Wärme ganz ohne Heizkörper möchte, kann im Prinzip aus dem Vollen schöpfen. Denn grundsätzlich lässt sich jeder Bodenbelag auf einer Fußbodenheizung verlegen.

Der Unterschied besteht allerdings darin, wie rasch die Wärme aus der Fußbodenheizung auf den Boden übertragen bzw. welche Vorlauftemperatur notwendig (und möglich) ist, um den Raum wunschgemäß zu temperieren. Mit anderen Worten: Die verschiedenen Materialien unterscheiden sich in ihrer Wärmeleitfähigkeit. Das wirkt sich wiederum auf die Energieeffizienz und somit letztendlich auf die Heizkosten aus. 

Genau aus diesem Grund sind bei einer Fußbodenheizung Fliesen am besten geeignet. Sie punkten aufgrund ihrer dichten Oberfläche mit einer sehr hohen Wärmeleitfähigkeit zwischen 2,3 und 2,8, was rund 5-mal so hoch ist wie zum Beispiel bei Parkett. Zudem wird die Wärme in den Fliesen gespeichert, wodurch sich der Boden nicht nur rasch erwärmt, sondern auch lange warm bleibt – und damit zusätzlich Energie gespart wird. 

Können alle Fliesen in Kombination mit einer Fußbodenheizung verwendet werden?

Bei der Verwendung von Fliesen auf Fußbodenheizung bestehen im Wesentlichen keine Einschränkungen. Sowohl Naturstein als auch Steinzeug und Feinsteinzeug ist für Fußbodenheizungen gleichermaßen gut geeignet. Um das effizienteste Heizergebnis zu erzielen, empfehlen sich Fliesen mit einer Stärke von maximal 20 mm. Auch dickere Beläge sind zwar möglich, allerdings kann sich die Aufwärmzeit geringfügig erhöhen.

Unabhängig von der Heizung sollte bei der Auswahl der Bodenfliesen außerdem auf Abriebgruppe und Rutschhemmklasse geachtet werden. So ist gewährleistet, dass der Fußboden den Anforderungen im jeweiligen Einsatzbereich bestmöglich entspricht.

Welcher Oberflächentemperatur halten Fliesen für Fußbodenheizung stand?

Ein großer Vorteil von Fliesen ist, dass sie selbst hohe Temperaturen schadlos überstehen. Im Gegensatz zu vielen anderen Bodenbelägen können sie daher ohne Bedenken auf eine Oberflächentemperatur von 29°C und mehr aufgeheizt werden. Daraus resultiert nicht zuletzt auch die hohe Heizleistung von bis zu 200W/m2 bei gleichzeitig geringem Energiebedarf.

Fliesen auf Fliesen & Fußbodenheizung – ist das möglich?

Gerade bei Sanierungen stellt sich oft die Frage, ob die neuen Fliesen auf dem bestehenden Fliesenbelag verlegt werden können. Die Antwort darauf lautet ganz klar: Ja, auf einer Fußbodenheizung ist das kein Problem. Die Kombination Fliese auf Fliese – Fußbodenheizung funktioniert einwandfrei und ohne Auswirkungen auf das Heizergebnis: Durch die extrem hohe Wärmeleitfähigkeit der Fliesen und dem richtigen Fliesenkleber als zusätzlichen Wärmeleiter wird die Wärme der Fußbodenheizung ohne Verlust von Schicht zu Schicht übertragen. Einzige Bedingung: Der alte Belag muss einwandfrei verlegt und intakt sein und in den räumlichen Gegebenheiten darf der höhere Fußbodenaufbau keine Probleme (z. B. Streifen von Türen etc.) zur Folge haben.

Was ist bei der Verlegung von Fliesen auf Fußbodenheizung zu beachten?

Wenngleich Fliesen und Fußbodenheizungen perfekt harmonieren, gilt es vor dem und beim Verlegen dennoch einige Punkte zu berücksichtigen, um etwaigen Schwierigkeiten bereits von Vornherein vorzubeugen.

Art der Fußbodenheizung

Bei Fußbodenheizungen gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Sie können entweder mit Wasser oder mit Strom betrieben werden, um Wärme zu erzeugen. Grundsätzlich lässt sich sowohl eine wassergeführte als auch eine elektrische Fußbodenheizung unter Fliesen verlegen. Welches Heizsystem am besten geeignet ist, hängt vielmehr vom jeweiligen Anwendungsfall ab.

Warmwasser-Fußbodenheizungen funktionieren über Kunststoff- oder Kupferrohre, die als Nass- oder Trockensystem in den Estrich eingebracht werden und durch die erwärmtes Wasser zirkuliert. Weil der Montageaufwand verhältnismäßig groß und zudem eine gewisse Aufbauhöhe nötig ist, kommen Warmwasser-Fußbodenheizungen in erster Linie bei Neubauten zum Einsatz.

Im Gegensatz dazu sorgen bei Elektro-Fußbodenheizungen dünne Heizmatten für die richtige Raumtemperatur. Diese lassen sich auch nachträglich mit relativ geringem Aufwand auf dem Estrich verlegen und kommen mit einer geringeren Aufbauhöhe aus. Deshalb sind sie auch bei Sanierungen von Bestandsbauten geeignet oder können als ergänzendes Heizsystem in Räumen mit hohem Wärmeverlust (z. B. Wintergärten) nachgerüstet werden.

Zustand des Untergrunds

Ein optimaler Untergrund ist die Grundvoraussetzung für einen dauerhaft haltbaren und makellosen Fliesenboden. Deshalb sollten Fliesen nicht nur auf einem möglichst glatten, sondern insbesondere auf einem vollständig trockenen Untergrund verlegt werden. Denn zu viel Feuchtigkeit kann sonst mitunter später zur Ablösung der Fliesen oder anderen Schäden führen.

Gerade beim Verlegen auf neu errichteten und nass eingebrachten Heizestrichen ist deshalb auf die sogenannte Belegreife zu achten. In der Regel braucht ein Estrich rund 4 Wochen, um vollständig auszuhärten – inzwischen werden aber auch immer öfter spezielle Schnellbindemittel eingesetzt, um den Prozess zu beschleunigen. Generell empfiehlt es sich, den Estrich mithilfe der Fußbodenheizung kontrolliert und stufenweise auszuheizen. So kann einerseits die Trocknungsphase verkürzt und andererseits sowohl Heizung als auch Estrich auf Funktion und Zustand überprüft werden.

Zur Verlegung der Fliesen ist der Estrich letztendlich dann bereit, wenn die mittels geeignetem Messverfahren (z. B. CM-Methode) festgestellte Restfeuchte eine bestimmte Grenze unterschritten hat. Als Richtwert gelten dabei maximal 2 % bei Zement-Estrichen bzw. maximal 0,3 % bei Calciumsulfat-Estrichen, wobei für die exakten Werte die Verlegehinweise des Herstellers zu berücksichtigen sind.

Schutz vor Feuchtigkeit

Prinzipiell können Fliesen direkt auf dem Estrich verlegt werden. Um den Untergrund jedoch vor eindringender Feuchtigkeit des Fliesenklebers zu schützen, empfiehlt es sich, vor der Verlegung eine abdichtende Grundierung aufzutragen. Andernfalls besteht das Risiko, dass der Estrich aufweicht und der Belag nicht mehr ordentlich haftet.

Passender Fliesenkleber und Fliesenmörtel

Obwohl eine Fußbodenheizung Fliesen grundsätzlich sehr gleichmäßig und konstant erwärmt, kommt es dennoch zu Temperaturschwankungen. Das führt zu geringfügigen Ausdehnungen des Materials und entsprechenden Spannungen auf der Oberfläche. Um diese Bewegungen auszugleichen – und somit spannungsbedingten Rissen in den Fliesen vorzubeugen – sollten deshalb unbedingt hochflexible und temperaturbeständige Werkstoffe als Fliesenkleber oder Fliesenmörtel verwendet werden. 

Beim Verlegen sollte darüber hinaus darauf geachtet werden, dass diese möglichst vollflächig aufgetragen werden. So können sich Fliese und Kleber besser verbinden, was insbesondere bei Oberflächenspannungen von Vorteil ist. Und nebenbei wird dadurch der Wärmetransfer zusätzlich optimiert.

Dehnungsfugen

Ein nicht minder wichtiger Aspekt im Zusammenhang mit der temperaturbedingten Ausdehnung der Materialien ist das Zusammenspiel Dehnungsfuge – Fliesen – Fußbodenheizung. 

Dehnungsfugen sollten insbesondere in Randbereichen berücksichtigt werden und einen Bewegungsspielraum von mindestens 5 mm ermöglichen. Darüber hinaus müssen unbedingt zusätzliche Dehnungsfugen an jenen Stellen eingerichtet werden, wo auch der Estrich welche aufweist. Ansonsten können sich Fliese und Untergrund unterschiedlich ausdehnen, was zu Rissen oder Bruchstellen führen kann.

Wann kann die Fußbodenheizung nach dem Fliesen in Betrieb genommen werden?

Ein frisch verfliester und verfugter Boden darf nicht sofort aufgeheizt werden. Das könnte dazu führen, dass Kleber und Fugenmasse zu schnell trocknen und brüchig werden. Die generelle Empfehlung lautet, rund 28 Tage zu warten, bis die Fußbodenheizung aktiviert wird. Anschließend sollte die Temperatur über einen Zeitraum von einigen Tagen kontinuierlich in 5-Grad-Schritten erhöht werden, bis die gewünschte Vorlauftemperatur erreicht ist.