Wer Fliesen will, der braucht auch Fugen – und muss daher früher oder später den passenden Fugenmörtel suchen. Im Vergleich zu den Fliesen selbst ist die Auswahl zwar weit weniger groß, die Entscheidung deswegen aber noch lange nicht weniger wichtig. Informieren Sie sich in diesem Artikel, welche Arten von Fugenmörtel es gibt und wie Sie das richtige Produkt für Ihr Fliesen-Projekt zu Hause wählen.

Die Aufgaben von Fugen

Warum das Verfugen von Fliesen eine so besonders große Rolle spielt, hat im Wesentlichen zwei Gründe: einen optischen und einen technischen. Auf der einen Seite setzen Fugen gestalterische Akzente und verleihen Wand- oder Bodenfliesen erst ihr endgültiges, charakteristisches Aussehen. Auf der anderen Seite gleichen sie Bewegungen der Fliesen oder des Untergrunds aus, verteilen einwirkende Kräfte, verhindern das Eindringen von Feuchtigkeit und sorgen für eine hygienisch geschlossene Oberfläche. Mit anderen Worten: Fugen übernehmen gleich mehrere zentrale Funktionen für einen langlebigen, makellosen, robusten und strapazierfähigen Fliesen-Belag. 

Entscheidend ist dabei allerdings, den passenden Fugenmörtel für die verwendeten Fliesen, den vorhandenen Untergrund und den Grad der Beanspruchung im jeweiligen Anwendungsbereich zu suchen. Denn nicht jede Fugenmasse ist für die unterschiedlichen Anforderungen in Bezug auf Haltbarkeit, Nutzung und Belastung der Fliesen auch gleichermaßen gut geeignet.

Welche Art von Fugenmörtel gibt es?

Im stationären Fachhandel, in Baumärkten oder online ist eine Vielzahl verschiedener Fugenmörtel erhältlich. Diese unterscheiden sich neben Marke und Preis in erster Linie durch ihre Zusammensetzung. Je nach Rohstoffbasis werden Fugenmörtel in folgende Kategorien eingeteilt:

Normaler Fugenmörtel / Zementfugen / Fugenweiß

Der klassische Fugenmörtel – gemeinhin auch als Fugenweiß bezeichnet – besteht aus feinem Zement, Farbpigmenten und Füllmitteln ohne Kunststoffanteil. Einfache Fugen bei Fliesen oder Platten können mit dieser Art von Fugenmörtel in der Regel problemlos und zu einem günstigen Preis hergestellt werden.

Zu beachten ist dabei jedoch, dass durch das Material keine wasserabweisenden Fugen gewährleistet sind, wodurch herkömmlicher Zement-Fugenmörtel für Fliesen in Feucht- oder Nassräume nicht zu empfehlen ist. Zudem ist die Fugenmasse aus konventionellem, zementbasiertem Fliesenmörtel relativ starr und sollte deshalb nur auf biegesteifen und somit schwingungsfreien Untergründen verwendet werden. 

Flexibler Fugenmörtel / Kunststoffvergütete Zementfuge / Flexfuge

Auch bei Flexfugen handelt es sich prinzipiell um Zement-Fugenmörtel – allerdings angereichert um Kunststoffe. Diese machen die Fugenmasse elastischer, sodass Materialbewegungen und Oberflächenspannungen (z. B. bei schwingenden Untergründen oder Temperaturschwankungen) der Fliesen ausgeglichen werden können. Zusätzlich sind Flexfuge in der Regel wasserabweisend und verbessern die Flankenhaftung der Fliesen.

Somit lassen sich Fugenmassen aus kunststoffvergütetem Zement vielfältig und auch bei höheren Anforderungen nutzen. Die Anwendungsbereiche reichen von Wand- und Bodenfliesen mit höherer Beanspruchung über Fliesen auf Fußbodenheizungen und anderen problematischen Untergründen bis hin zu Terrassen-Fliesen oder Fliesen in spritzwasser- bzw. nassgefährdeten Räumen, wie z. B. Bad oder Dusche.

Schnell-Fugenmörtel

Überall dort, wo neu verlegte Fliesen rasch wieder zu nutzen sein sollten, kommen oftmals Schnell-Fugenmörtel zum Einsatz. Diese Fugenmassen binden innerhalb weniger Stunden ab und sind danach sowohl wasserdicht als auch frostsicher. Zusätzlich können schnell abbindende Fugenmörtel früher und gleichzeitig länger von den Fliesen abgewaschen werden, was vor allem bei der Verfugung von großen Flächen vor Vorteil ist. In der Regel wird diese Art von Fugenmörtel vorwiegend im gewerblichen Bereich eingesetzt, weniger bei Privatpersonen zu Hause. 

Hochfester Fugenmörtel

Sind Fliesen starken Belastungen ausgesetzt, empfehlen sich hochfeste Fugenmörtel. Die extra-feine Fugenmasse aus Mikrozement härtet besonders dicht aus, weist danach eine sehr hohe Abriebfestigkeit auf und ist sogar gegen schwache Säuren resistent.

Epoxidharz-Fugenmörtel

Wo selbst der beste Zement-Fugenmörtel nicht mehr ausreicht, kommen Expoxidharz-Fugenmörtel zum Einsatz. Sie sind diffusionsdicht, chemikalienbeständig, leicht zu reinigen und extrem strapazierfähig. Verwendet werden die lösungsmittelfreien Zwei-Komponenten-Fugenmassen deshalb häufig auf komplizierten Untergründen oder in wasserbelasteten Nassbereichen, wie z. B. in Schwimmbädern, Wellnessbereichen, Großküchen, Laboren etc.

All den Vorteilen stehen aber auch Nachteile gegenüber – in erster Linie die aufwändige Verarbeitung und der höhere Preis. Aber auch die vollkommen dampfdichte Oberfläche kann zum Problem werden, wenn eingedrungene Feuchtigkeit unter den Fliesen nicht mehr entweichen kann.

Fugenmörtel-Farben: Was wirkt wie?

Wie eingangs erwähnt, ist neben dem funktionellen Nutzen auch der optische Effekt von Fugen nicht außer Acht zu lassen. Vor allem das Farbenspiel Fugenmörtel – Fliesen kann einen Raum völlig anders wirken lassen. So gilt eine Fläche beispielsweise allgemein als wesentlich harmonischer, wenn Fliesen und Fugenmörtel farbig Ton in Ton sind, während starke Kontraste hingegen gerne als bewusstes Element der Raumgestaltung eingesetzt werden.

Bei der Entscheidung für einen geeigneten Fugenmörtel sollte das auf jeden Fall berücksichtigt werden. Allerdings ist die farbliche Sortierung vieler Hersteller leider nicht immer sehr vielfältig – die meisten Artikel werden in verschiedenen Abstufungen der Klassiker Weiß und Grau angeboten, wobei vor allem online immer mehr Alternativen angeboten werden.