Fliesen überzeugen nicht nur durch ansprechende Optik und Strapazierfähigkeit, sondern vor allem durch ihre Langlebigkeit. Optimale Haftung auf dem Untergrund ist dabei das A und O – und dafür braucht es die richtigen Voraussetzungen. Wie Sie für dauerhaften Halt Ihrer Fliesen sorgen und welche entscheidende Rolle die Grundierung in diesem Zusammenhang spielt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Der richtige Untergrund für Fliesen

Ob Zement, Beton, Gips oder sogar Fliese auf Fliese im Bad – prinzipiell können Sie Fliesen auf nahezu allen Untergründen verlegen. Voraussetzung ist allerdings, dass diese sauber, trocken, eben und tragfähig sind. 

So sollten Sie sich bei einem neu eingebrachten Estrich mit dem Verlegen der Fliesen unbedingt Zeit lassen, bis ein bestimmter Restfeuchtegehalt unterschritten wurde und der Boden die Verlegereife erlangt hat. Während Sie bei der Verlegung von Fliesen auf Fliesen hingegen zuerst eine ausreichend ebene Oberfläche herstellen müssen – am besten durch Ausgleichsmasse, mit der Sie die alten Fliesen überspachteln. ACHTUNG: Vergessen Sie die sorgfältige Reinigung nicht, bevor Sie die Fliese verputzen. 

Doch damit nicht genug. Denn zu einem optimal vorbereiteten Untergrund gehört in den meisten Fällen auch die richtige Grundierung.

Grundierung – warum eigentlich?

Würden wir Sie fragen, wodurch Fliesen eigentlich haften, wäre Fliesenkleber vermutlich Ihre erste Antwort. Grundsätzlich ist das natürlich nicht falsch – immerhin bringen Sie die Fliesen damit an der Wand oder auf dem Boden an. Aber ganz richtig ist es eben dann auch nicht. Denn der Kleber alleine macht noch keine gute Haftung aus.

Damit die Fliesen auch tatsächlich dauerhaft kleben bleiben, müssen Sie nämlich zunächst für gleichmäßig saugfähige Untergründe sorgen, um die Wirkung des Fliesenklebers zu erhöhen bzw. überhaupt erst herzustellen. Und genau das ist Aufgabe der Grundierung.

Welche Grundierung für welchen Untergrund?

Prinzipiell wird bei der Grundierung zwischen den Kategorien Tiefengrund und Haftgrund differenziert. Die verschiedenen Produkte, die gebrauchsfertig in großer Auswahl im Fachhandel erhältlich sind, unterscheiden sich sowohl in ihrer Zusammensetzung, als auch darin, auf welche Art von Untergrund sie aufgetragen werden können:

Tiefengrund für stark saugendes Material

Stark saugende Untergründe, wie z. B. Gips oder Zement, entziehen dem Fliesenkleber Wasser – mit möglicherweise unangenehmen Folgen während und nach dem Verlegen. Denn einerseits härtet der Kleber schneller aus, wodurch Ihnen weniger Zeit bleibt, die Wand- oder Bodenfliesen anzubringen. Und andererseits kann dadurch die Klebewirkung beeinträchtigt werden, was in weiterer Folge zu einer geringeren Haftung der Fliesen führt. In diesen Fällen bildet daher eine Vorbehandlung mit Tiefengrund die Grundlage für ein dauerhaft einwandfreies Ergebnis beim Fliesen legen. 

Bei Tiefengrund handelt es sich in der Regel um eine flüssige Grundierung auf Kunstharzbasis, die je nach Hersteller-Informationen mit Wasser verdünnt oder auch unverdünnt auf den Untergrund aufgetragen wird. Sie dringt tief in die Oberfläche ein, verfestigt das Material und reduziert dadurch dessen Saugfähigkeit. So trägt die Grundierung nicht nur dazu bei, dass die Fliesen besser haften, sondern schützt gleichzeitig auch vor zu viel eindringender Feuchtigkeit.

Haftgrund für glatte Oberflächen

Im Gegensatz dazu wird Haftgrund auf nicht oder nur schwach saugenden, glatten Untergründen verwendet, auf denen geklebte Fliesen normalerweise nicht ausreichend halten würden.

Vor allem bei Oberflächen aus Beton, Metall oder aber auch bei Estrichen aus Gussasphalt sorgt diese Art der Grundierung für optimale Bedingungen. Außerdem lassen sich mit Haftgrund auch bestehende Fliesen verputzen, um bei der Verlegung von Fliese auf Fliese die nötige Haftung zu gewährleisten.

Haftgrund besteht aus grobkörnigem, mit Bindemitteln versehenem Mörtel, der als Haftvermittler zwischen Fliese und Kleber dient. Anders als Tiefengrund dringt Haftgrund nicht besonders tief in die Oberfläche ein. 

Die besten Tipps für eine optimale Grundierung

1. Saugfähigkeit des Untergrunds feststellen

Bevor Sie Ihre Wand oder Ihren Boden grundieren, sollten Sie zunächst testen, wie es um die Saugfähigkeit Ihres Untergrunds bestellt ist. Mit der sogenannten Ritzprobe lässt sich das gut und einfach prüfen: Je leichter und tiefer Sie mit einem Schraubenzieher oder einem anderen scharfen Gegenstand in die Oberfläche stechen können, desto saugfähiger ist sie.

Eine weitere Möglichkeit ist die Wasserprobe, bei der Sie eine kleine Stelle des Untergrunds befeuchten. Ist eine dunkle Verfärbung zu erkennen, haben Sie es ebenfalls mit einem stark saugenden Material zu tun.

2. Passende Grundierung wählen

In den Regalen der Baumärkte, aber auch in diversen Online-Shops finden Sie unzählige verschiedene Produkte für die Grundierung. Welches davon für die Beschaffenheit Ihres Untergrunds das richtige ist, können Sie den Informationen des Herstellers entnehmen. Außerdem müssen Grundierung und Kleber aufeinander abgestimmt sein. Im Optimalfall sollten daher nur Produkte eines Systems in Ihrem Warenkorb landen.

3. Grundierung Schritt für Schritt auftragen

Bevor die Grundierung aufgetragen werden kann, müssen Sie Staub, Schmutz sowie Materialreste sorgfältig von Böden oder Wand entfernen. Beim Grundieren selbst verwenden Sie am besten eine Malerrolle oder Deckenbürste, um ein möglichst gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen. Alternativ dazu können Sie aber auch einen Pinsel oder eine Sprühflasche verwenden. 

Bei stark saugenden Oberflächen oder größeren Beschädigungen empfiehlt es sich, mindestens zwei Schichten Grundierung (erst verdünnt und dann unverdünnt) aufzutragen – bei Bedarf auch mehr. Achten Sie darauf, dass die erste Schicht ausreichend trocken ist, bevor die nächste aufgetragen wird. Alle nötigen Informationen über die Trocknungsdauer finden Sie in den Herstellerangaben. Ist die Grundierung trocken, können Sie mit der Verlegung der Fliesen beginnen.