Auf einmal sind sie da: Pilze im Rollrasen. Da ist das schöne Bild vom Traumrasen dahin. Sie sind weiß, braun oder sogar schwarz. In jedem Fall stechen Sie direkt ins Auge. Vielleicht haben Sie sogar schon angefangen, die Pilze aus dem Boden zu reißen oder zu schneiden und mussten bedauerlicherweise feststellen, dass die aufdringlichen Besucher direkt wieder auf der Matte stehen.

Was können Sie also tun, um sie endgültig loszuwerden? Der Knackpunkt ist die Entwurzelung. Dieses Geflecht steckt ganz tief im Boden. Was Sie eventuell schon abgeschnitten haben ist lediglich der sichtbare Teil des Pilzes. Durchs ständige Entfernen des Kopfes werden Sie langfristig keinen Erfolg haben.

Das klingt nach einem Kampf, den Sie nicht gewinnen können, oder? Kopf hoch und weiterlesen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie aus dieser Misere wieder herauskommen.

Ob Pilze im Rasen gefährlich sind

Ob Pilze im Rasen gefährlich sind

Beginnen wir mit der guten Nachricht: Man könnte Pilze als Stressfaktor bezeichnen. Abgesehen davon, sind sie für Ihre Gesundheit aber unbedenklich. Dennoch deuten Sie auf eine Erkrankung des Rasens hin und sollten daher – unabhängig von optischen Gründen – ernst genommen werden.

Welche Ursachen zu Pilzen im Rasen führen können

Welche Ursachen zu Pilzen im Rasen führen können

Schauen wir uns an dieser Stell genauer an, wie die optimale Umgebung für Pilze aussieht.

  • Nährstoffarmer Boden: Pilze lieben feuchtwarmen nährstoffarmen Boden und verbreiten sich dort ganz fix.
  • Feuchter Boden: Bei Staunässe fühlen sich Pilze ebenfalls pudelwohl. Gerade im Sommer, wenn die Temperaturen steigen, bietet feuchter Boden die optimale Grundlage für die Ausbreitung von Pilzen.
  • Verfilzter Rasen: Auf verfilztem Rasen sammelt sich das Wasser, wodurch es zu Staunässe kommt. On top stellt Filz eine Nahrungsquelle für die Pilze dar.
  • Saurer Boden: Pilze verbreiten sich besonders schnell auf saurem Boden.

Eine Mischung aus diesen Gegebenheiten bietet eine hervorragende Grundlage für die Pilze, sich in Ihrem Garten anzusiedeln und auszubreiten. Vermeiden Sie jede einzelne Situation so gut wie möglich, um Pilze von vornherein fernzuhalten.

Das Wetter können Sie schlecht beeinflussen, doch Ihr Gießverhalten können Sie der Situation anpassen. Vermeiden Sie Staunässe durch zu häufiges Gießen.

Wie Sie Pilze im Rasen beheben können

Wie Sie Pilze im Rasen beheben können

Wie wir bereits festgestellt haben, bringt das Abschneiden der Pilze nichts. Ganz im Gegenteil: Wenn Sie die Pilzköpfe abmähen, verteilen sich die Sporen an den Köpfen im ganzen Häcksler des Rasenmähers, wodurch Sie sie anschließend im ganzen Garten verteilen. Gehen Sie stattdessen wie folgt vor:

Schritt #1: Pilze ausstechen

Die Lösung: Sie müssen die Pilze ausstechen. Ganz so einfach ist das leider nicht, da die Wurzeln bis zu 30 cm in die Tiefe ragen können. Halbherzig ausstechen ist nicht zielführend, denn diese schwer erreichbare Wurzel muss vollständig weg.

Bitte werfen Sie die ausgestochenen Pilze nicht auf den Kompost. Sie ahnen es schon. Das wäre kein Rausschmiss, sondern ein Umzug. Die Pilze würden sich im Kompost weiter ausbreiten.

Schritt #2: Hände waschen

Alle Sporen müssen weg. Waschen Sie sich Ihre Hände daher gründlich.

Schritt #3: Seltener mähen

Mähen Sie den Rasen von nun an seltener und bearbeiten Sie ihn dafür regelmäßig mit einem Fächerrechen.

Schritt #4: Erneutes Pilzwachstum vorbeugen

Es ist machbar, den Kampf gegen die Pilze zu gewinnen, aber auch aufwändig. Seien Sie von nun an achtsam: Vertikutieren Sie schön fleißig und verhindern Sie Staunässe. Meine Anleitung zum Vertikutieren von Rollrasen hilft Ihnen dabei. Beseitigen Sie Filz und Moos zeitnah.

Werfen Sie vor allem im Herbst ein Auge auf Blätter und Laub, um eine feuchtwarme Umgebung zu verhindern.

Wie Sie Pilzwachstum vorbeugen können

Wie Sie Pilzwachstum vorbeugen können

Den Boden gründlich umgraben

Ich rate Ihnen, den Boden vorm Verlegen von Rollrasen gut umzugraben und alle Pflanzenreste zu beseitigen, denn Pilze zersetzen tote Materie.

Sammeln Sie im Herbst sicherheitshalber auch Totholz vom Boden auf, denn auch er kann den Pilzen einen Wachstumsschub verleihen.

Einsatz von (Langzeit-)Dünger

Es gibt eine Wunderwaffe im Kampf gegen die Pilze: Dünger!

Wie gesagt, Pilze lieben nährstoffarmen Boden. Mit nährstoffreichem Boden können sie dagegen gar nichts anfangen. Schenken Sie Ihrem Boden eine Extraportion Stickstoff, Kalium und Phosphor. In meinem Artikel zum Düngen von Rollrasen finden Sie hilfreiche Tipps rund ums Thema Düngen.

Neben Langzeitdünger können Sie Bodenaktivatoren ausstreuen. Verschiedene Mineralien und Algen unterdrücken auf natürliche Weise das Pilzwachstum.

Filz und Moos entfernen

Dichte Filz- und Moosschichten führen dazu, dass Wasser nicht abfließen kann, wodurch Staunässe entsteht.

Vertikutieren

Durch regelmäßiges Vertikutieren beugen Sie Staunässe vor. Wie Sie dabei vorgehen, können Sie in meiner ausführlichen Vertikutier-Anleitung für Rollrasen nachlesen.

Um den Rasen zu „lüften“, und somit Staunässe vorzubeugen, können Sie mit einem Aerifiziergerät den Boden bis in die tiefen Erdschichten auflockern.

Was Sie gegen Hexenringe machen können

Was Sie gegen Hexenringe machen können

Etwa 50 verschiedene Pilzsorten verursachen Hexenringe. Darunter fällt beispielsweise der Wiesenchampion. Bei dieser Rasenkrankheit ordnen sich gesäumte Fruchtkörper der dunklen Gräser kreisförmig an.

Versorgen Sie Ihren Boden mit vielen Nährstoffen, insbesondere mit viel Kalium, um die Hexenringe wieder los zu werden. Gehen Sie bei der Bekämpfung dieser hartnäckigen Krankheit wie beim Kampf gegen die Pilze vor.

Sollten all Ihre Bemühungen vergebens sein, so können Sie den Boden entfernen und ersetzen.