Was versteht man unter einem Designboden?

Der Begriff Designboden taucht seit einiger Zeit immer häufiger auf: In Einrichtungszeitschriften, auf Blogs, die sich mit neuen Trends befassen, und vor allem im Fachhandel für Bodenbeläge ist oft von Designböden die Rede. Doch worum handelt es sich dabei eigentlich genau? Ist ein Designboden das gleiche wie ein PVC-Boden, nur mit einem neuen Namen? Oder ist es ein innovativer Bodenbelag, den ein bekannter Designer entworfen hat? Kurz gesagt: Weder noch. Bei einem Designboden handelt es sich um einen mehrschichtigen Bodenbelag aus mindestens zwei Schichten. PVC kann enthalten sein, muss aber nicht. Wenn die Oberflächenschicht aus PVC besteht, handelt es sich mittlerweile um ein Material ohne bedenkliche Weichmacher.

Fachartikel über Designboden

Warum „Design“ im Designboden steckt

Die Bezeichnung „Design“ steht in erster Linie für Formgebung und Gestaltung. Umgangssprachlich wird der Terminus für hochwertige Entwürfe verwendet. In der Möbel- und Modeszene bedeutet der Zusatz „Design“ zum Beispiel, dass Form, Schnitt, Material, Farbe und/oder Muster besonders exklusiv sind. Darüber hinaus gibt es Erweiterungen, aber auch Einschränkungen und genauere Einordnungen – das Design kann etwa zweckmäßig sein, raffiniert, funktional oder geschmackvoll.

Der Name Designboden ist ein nicht geschützter Marketing-Begriff. Wenn bei einem Bodenbelag die Rede von Designboden ist, meinen die Hersteller damit einen mehrschichtigen Bodenbelag. Ein kurzer Ausflug in die Welt der Bodenbeläge: Bekannt sind Teppichboden, Fliesen, Naturstein, Laminat und Parkett. Außerdem gibt es Bodenbeläge aus Kork und aus Linoleum. Diese Bodenbeläge werden entweder aus einem einzigen Material hergestellt, zum Beispiel Massivparkett oder Fliesen. Oder es handelt sich um Beläge mit einer Trägerschicht und einer Oberfläche, zum Beispiel Laminat, bei dem melaminharzgetränktes Papier auf eine Holzwerkstoff-Platte aufgebracht wird. Ein Designboden besteht dagegen aus mehreren Schichten. Diese Schichten können aus unterschiedlichen Kunststoffen hergestellt sein.

Mehrschichtiger Aufbau beim Designboden

Grundsätzlich ist ein Designboden ein Hartboden, der aus mehrschichtigen Platten besteht. Die einzelnen Elemente können in Fliesen-Optik, Dielen oder Planken gestaltet sein. Der Designboden hat immer eine Rückenschicht. Darauf folgt das Trägermaterial. Der Boden kann eine zusätzliche Stabilisierungseinlage oder eine integrierte Trittschalldämmung haben. Die oberen Schichten heißen Dekorschicht und Nutzschicht. Eventuell hat der Designboden noch ein spezielles Oberflächenfinish. Es ist nicht vorgeschrieben, wie viele Schichten der Boden haben muss. In der Praxis heißt das, Schichten können weggelassen oder hinzugefügt werden.

Die Nutzschicht kann aus PVC oder einem anderen Kunststoff bestehen. Möglich sind beispielsweise Designböden, die mit sehr wenig Kunststoff auskommen beziehungsweise ganz PVC-frei sind. Weitere Kunststoffe, die für einen Designboden verwendet werden können, sind PU (Polyurethan), PP (Polypropylen) und PET (Polyethylenterephthalat).

Der Unterschied zwischen einem Designboden und einem Vinylboden: Designböden können Vinyl enthalten, sind aber auch mit anderen Kunststoffen produzierbar.

Wenn PVC im Designboden steckt …

… ist das heute kein Nachteil mehr. PVC heißt: Polyvinylchlorid. In der Vergangenheit ist PVC in Verruf geraten, hauptsächlich wegen der darin enthaltenen Weichmacher. Moderne Designböden enthalten keine gesundheitsschädlichen Weichmacher mehr, sondern unbedenkliche Alternativen. PVC ist zwar ein Kunststoff, der bei der Herstellung Ressourcen und Energie verbraucht. Die Entsorgung ist ebenfalls nicht ganz unproblematisch, der Bodenbelag muss fachmännisch entsorgt werden und darf nicht einfach im Hausmüll landen oder gar verbrannt werden. Bei der praktischen Funktionalität zeigt ein Designboden jedoch seine guten Seiten. Der Boden ist robust, belastbar, strapazierfähig und pflegeleicht. Auch optisch hat sich viel getan. Ein moderner Designboden hat mit dem eher langweiligen Aussehen früherer Bodenbeläge aus Kunststoff nichts mehr zu tun.

Weitere positive Eigenschaften, die ein Designboden mitbringt

Der Mehrschichtboden hat viele Vorteile. Die Oberfläche fühlt sich weich und angenehm an. Der Boden ist ideal für alle, die in der Wohnung gern barfuß unterwegs sind. Im Kinderzimmer ist ein Designboden eine wunderbare Spielfläche. Außerdem ist ein Designboden mit einer Trittschalldämmung wesentlich leiser als etwa ein Laminatboden. Besonders praktisch: Ein Designboden ist in einem hohen Maße unempfindlich gegen Feuchtigkeit. Er ist sehr gut für Badezimmer und Küchen geeignet.

Das große Plus bei einem Designboden: Vielfältige Optik für jeden Geschmack

Bei der Optik kennen Designböden keine Grenzen. Alles ist möglich: Authentische Nachbildungen von Stein, Holz und Fliesen-Optik, aber auch Fantasiemusterungen sowie einfarbige Gestaltungen in allen nur denkbaren Farben eröffnen dem Designboden ein weites Anwendungsfeld. Wer sich einen Boden mit einer ausgefallenen Holzoptik oder mit einer originalgetreuen Terracotta-Nachbildung wünscht, findet mit einem Designboden den entsprechenden Bodenbelag. Damit lassen sich besondere Wohnträume verwirklichen, zum Beispiel ein Boden in Holzoptik im Badezimmer oder ein Boden im eleganten Marmordesign im Wohnzimmer. Farblich ist ebenfalls alles möglich. Im Handel sind helle und dunkle Designböden erhältlich. Die Farbpalette reicht von zarten, dezenten Nuancen bis zu intensiven, kräftigen Tönen. Wer einen Designboden in Grau oder Hellgrau sucht, findet mit Sicherheit den richtigen Farbton.

So wird ein Designboden verlegt

Für die Verlegung von Designböden gibt es drei Möglichkeiten. Der Boden kann schwimmend verlegt werden, mit dem Untergrund mit Klebstoff verklebt werden oder man entscheidet sich für die selbstklebende Variante. Bei allen drei Optionen muss der Untergrund eben, sauber und trocken sein. Wenn die Elemente keine integrierte Trittschalldämmung haben, sollte eine spezielle Dämmung zwischen Untergrund und Boden gedacht werden. Bei mineralischen Böden ist auch eine Dampfsperre sinnvoll. Wie bei der Verlegung von Laminat oder Parkett soll das Material ein bis zwei Tage in dem Raum lagern, in dem später die Verlegung stattfindet. So kann sich der Designboden entspannen und an die Raumtemperatur anpassen.

Die schwimmende Verlegung funktioniert schnell und einfach. Diese Verlegeart ist dann besonders sinnvoll, wenn der Boden in einer Mietwohnung beim Auszug wieder entfernt werden muss. Die Elemente dürfen nicht nahtlos bis an die Wand reichen, weil sich das Material noch ausdehnt. Dehnfugen sind wichtig. Die schwimmende Verlegung kann von Heimwerkern gut durchgeführt werden.

Mit der Vollverklebung beauftragt man besser einen Fachmann. Es kommt vor allem darauf an, dass der Nassklebstoff richtig aufgetragen wird. Außerdem muss sehr schnell und präzise gearbeitet werden, weil der Klebstoff rasch aushärtet und dann nicht mehr richtig haftet.

Die Verlegung eines selbstklebenden Designbodens können auch Laien erledigen. Der Klebstoff befindet sich bereits auf der Rückseite der einzelnen Elemente und ist durch eine Folie geschützt. Nachdem der Untergrund vorbereitet und grundiert wurde, entfernt man die Folie und klebt die Planke oder Diele auf den Unterboden.

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